Werkschau · Resin Vollbemalt · 2026
Schwert in der einen, Waage in der anderen Hand — auf einem aufgeschlagenen Gesetzestext. Eine Staatsanwältin tritt in ihr Amt. Und die Gerechtigkeit hat ein Gesicht.
Es gibt Momente im Leben, die man nicht einfach passieren lässt. Momente, die einen Rahmen verdienen — oder besser: eine Figur. Der Dienstantritt als Staatsanwältin ist so ein Moment. Jahre des Studiums, der Prüfungen, des Lernens — alles läuft auf diesen Tag zu.
Stolze Eltern suchten nach einem Geschenk, das all das fasst. Kein Blumenstrauß, der verwelkt. Kein Kuvert, das man vergisst. Sondern etwas, das bleibt. Etwas, das in ihrem Büro steht und jeden Morgen daran erinnert: Du hast es dir verdient.
„Die Gerechtigkeit bräuchte immer schon
jemanden, der sie in die Hand nimmt."
Als Vorlage diente ein einziges Urlaubsfoto — ein Schnappschuss, kein Studiobild, kein professionelles Portrait. Genau das macht dieses Werk zu dem, was es ist: ein echter Mensch, festgehalten in einem echten Moment, verwandelt in etwas, das für immer steht.
Das Konzept entstand in enger Zusammenarbeit — zunächst mit KI-Werkzeugen, um die Komposition zu finden: Schwert links, Waage rechts, Robe, Absatzschuhe. Die Symbole der Justitia, getragen von einem echten, lächelnden Menschen.
In Blender wurde dann aus dem Urlaubsfoto ein dreidimensionales Porträt erarbeitet. Der charakteristische Sockel — ein aufgeschlagenes Gesetzbuch — entstand als eigenes Designelement: Sie steht buchstäblich auf dem Recht. Nicht über ihm. Auf ihm.
Schwarze Robe, weißer Kragen, Messingwaage in der erhobenen Hand, Schwert am Boden — und darunter das aufgeschlagene Gesetzbuch. Dieses Stück findet bald seinen Platz im Büro einer jungen, ambitionierten Staatsanwältin. Dort, wo es hingehört.